Menschwerdung

Jeder Mensch ein Universum mit Welten, Sonnen, schwarzen Löchern und 1000 funkelnden Sternen am Ende des Nichts, das er so oft durchwandert.

Atemstehlend Minnemaid

Atemstehlend Minnemaid,
was straft Dein Fehlen mein Herz mit Wunden,
ich wünscht’, ich könnte bei Dir sein,
doch Deines Herzen Klang bleibt fern.

Ich bin nur ein reicher Prinz,
nur Gebieter über weite grüne Landen,
nur Herr dutzend mächtiger Heere,
doch bieten kann Dir mein Herz nicht viel.

Ich wünscht’, ich könnte Wärme Dir spenden,
Dein bangend Herz zum Lichte führ’n,
Dir Minne schenken, die Du innig spürst,
Doch kalt und klamm ist mein Tun.

Gelehrt wurde ich zu herrschen,
zu zerstören was meinen Zielen nicht beliebt,
zu sprechen mit Worten, hart wie Fels,
doch meinem Herzen weit blieb zarte Minne zu singen.

Atemstehlend Minnemaid,
wie sehr ich mich sehne nach Deines güld’nen Haares Duft,
verzeih mir meines Herzen kleines Sein,
verzeih die Härte, die meine rauen Hände tun.

Verzeih, dass ich nur der bin, der ich geworden bin.
Und nicht geben kann, was würdig Deines Herzens Güte.

Eine Antwort auf Atemstehlend Minnemaid

  1. sylphengeist 19. Dezember 2011 um 01:04

    Einfach wunderschön und großartig gedichtet. Flüssig zu lesen, sprachlich stimmig, inhaltlich im Wortsinn sagenhaft. Ich hab’s mittlerweile schon zweimal gelesen und fand es beide Male sehr herzergreifend.
    Mehr davon. <3

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