Menschwerdung

Jeder Mensch ein Universum mit Welten, Sonnen, schwarzen Löchern und 1000 funkelnden Sternen am Ende des Nichts, das er so oft durchwandert.

Von Fastfoodantworten und Menschen

“Warum haben Sie sich ausgerechnet für diesen Beruf entschieden?”

Ich hasse diese Frage. Ich kann sie nicht ausstehen. Und noch mehr hasse ich die gespielt erwartungsvollen Gesichter, deren Lippen diese Frage formen, kurz bevor ihre Augen sich wieder mehr für meinen lückenhaften Lebenslauf als für mich als Menschen interessieren.
Es ist eine Frage, die ich nicht ehrlich beantworten darf. Ich muss mir eine Antwort aus dem Ärmel schütteln, die überzeugend rüberkommt. Eine Antwort, die ihnen zeigt, was für eine perfekte Bewerberin ich bin, und warum ausgerechnet ich – mit meinem lückenhaften Lebenslauf, mit meinen mittlerweile 22 Jahren, mit meinen schwarzgefärbten Haaren, meinem manchmal etwas eigenartigen Kleidungsstil, den paar Pfunden zuviel auf den Hüften, den zwei durchgeknallten Katzen, dem wirren Twitterhumor und dem Schaukelstuhl auf dem Balkon – für ausgerechnet diesen Beruf geeignet sein soll. Ich muss lügen. Lügen, um etwas zu erreichen. Lügen, um eine Chance zu haben. Und mich selbst verleugnen.
Ich hasse das.

Warum ich Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste in einer Bibliothek sein möchte? Ganz einfach: Weil ich Asperger-Autistin und Synästhetikerin bin und dieser Beruf nicht trotzdem, sondern gerade deswegen einfach perfekt für mich ist.

Denn ich liebe es, Dinge zu sortieren. Nach Kategorien, nach Zahlen, nach Alphabet, nach Farben. Während andere Leute sich zu Tode langweilen, habe ich einen riesigen Spaß daran. Ich liebe Bücher. Ich liebe ihre Form, ich liebe es, dass sie so viele Seiten haben. Ich liebe ihren Geruch. Ich mag, wie sie sich anfühlen. Und ich liebe den Anblick von hunderten von Büchern, wie sie fein säuberlich geordnet still und stramm in Regalen stehen und nur darauf warten, einen interessierten Leser ins Staunen zu versetzen. Und es macht mir Spaß, spontan zu entdecken, wenn eines falsch einsortiert worden ist.
Ich liebe es, neue Bücher in Schutzfolie einzuschlagen und dabei darauf zu achten, dass keine Luftblasen sich zwischen Folie und Buchdeckel bilden. Ich mag das Geräusch, wenn ich langsam die Folie vom Trägerpapier abziehe. Zzzzziiipp. Und wie unsäglich spannend es doch ist, mitzubekommen, was für neue Bücher es bald geben wird, und wie schön es ist, zu wissen, dass die nächsten, die sie durchblättern, Kinder sein werden, die mindestens genauso freudig piepsend und staunend davorsitzen.
Auch wenn es vormittags oft sehr laut ist wegen den vielen Kindern und mir das aufgrund meiner Geräuschempfindlichkeit oft sehr zu schaffen macht: Ich mag auch sie, wie sie unbeholfen Bücher aus den Regalen ziehen und alles heillos durcheinander bringen. Manchmal sehen die Regale aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Aber die Bücher wieder in ihre richtige Reihenfolge zu bringen und mir hinterher das perfekt einsortierte Regal anzuschauen, macht mich sehr glücklich. Es freut mich immer wieder, wenn ich ihnen bei ihren Aufgaben helfen oder ihnen etwas erklären konnte, was sie interessant fanden.
Es gab schon Kinder, die mich so sehr mochten, dass sie mich gar nicht loslassen und gar nicht wieder zurück in ihre Schule wollten. Von den kleinen Zwergen umarmt zu werden war für mich als Autistin anstrengend und überfordernd, aber doch auch irgendwie sehr schön. Aber: Ich brauchte danach keine Pause. Ich konnte einfach meine Arbeit weitermachen: Bücher einsortieren, damit die Überforderung verschwand und das Chaos in meinem Kopf sich ordnete.
Man ahnt es jetzt vielleicht: Die Arbeit in der Bibliothek ist nicht einfach nur Arbeit für mich. Nicht einfach nur etwas, was ich tun müsste, um meine Brötchen zu verdienen. Die Arbeit ist etwas, was ich gerne tue und tun muss, damit ich mich gut und ausgeglichen fühle.

Ich finde es oft sogar richtig doof, wenn dann schon bald wieder Feierabend ist. Ich bin viel zu gerne dort.

Aber wie war das doch gleich mit der Synästhesie?
In meinem Kopf sind Zahlen, Buchstaben, Wochen und Jahre mit Farben verknüpft. Gerade bei den Zahlen und Buchstaben ist das in einer Bibliothek sehr hilfreich: Die Kategorien, die häufig nur mit einer Zahl oder ein oder zwei Buchstaben versehen sind, sind für mich nicht einfach nur ein Buchstabensalat, sondern haben ihre eigenen Farben und Farbkombinationen. Die Oberkategorien sind in Unterkategorien aufgeteilt, die aus drei Zahlen bestehen. Und dann hat jedes Buch nochmal die ersten Buchstaben des Namens des Autors. Diese drei (bzw. zwei, denn die Unterkategorien gibt es bei Romanen häufig nicht) Informationen stehen auf einem Klebchen auf jedem Buchrücken.

Zum Beispiel das kleine rote Büchlein mit dem Titel “Ask me” von Antje Damm:
S
221/5
Dam

S steht für Sprachen. 221/5 steht für Romane und Bilderbücher in Englisch. Dam steht für Antje Damm, die Autorin des Buches.
Für mich sind das aber nicht nur irgendwelche Buchstaben oder Zahlen.
Der Buchstabe S ist gelb, und wenn man sich dann noch vergegenwärtigt, dass Duden und Langenscheidt-Bücher häufig auch gelb sind, ist die perfekte Eselsbrücke geschlagen. 221/5 ist eine Reihenfolge von Farben, nämlich rostiges Orange, Weiß und Gelb. Und die Regalabschnitte, auf denen die 221/5er Bücher stehen, haben somit eher “herbstliche” Farben. Während der Regalabschnitt für z.B. Russisch und Polnisch aufgrund ihrer Buchstabenfarben in meinem Kopf eher bläulich sind. Und ich weiß auch: Die “blauen” russischen und polnischen Bücher sind links unten (aber nicht ganz unten) während die “herbstfarbenen” 221/5er Bücher über ein paar Regalbretter auf der rechten Seite gehen.
Die Bücherregale werden immer deutlicher zu großen abstrakten Bildern mit farbigen Flecken in meinem Inneren. Es entsteht allmählich eine Art “übersetzte” Karte in mir und ich freue mich immer wieder aufs Neue, wenn ich mich an neue Farbflecken erinnern kann und meine inneren Farbkarten sich weiter ergänzen.
Falls sich jetzt noch jemand fragt, wieso ich mir Namen so gut merken kann: Es sind die Farben! :-)

Es macht mich traurig und wütend, dass das JobCenter nicht will, dass ich weiterhin an diesem wunderbaren Ort arbeite, obwohl ich dort sehr glücklich bin und die Bibliothekarinnen sehr zufrieden mit meiner Arbeit sind. Ich weiß nicht, was mit mir passiert, wenn ich nicht mehr jeden Tag dort hingehen darf. Es fühlt sich an, als entstünde ein gigantischer Riss in meiner Welt, der so weit ist, dass ich nicht mehr erkennen kann, was auf der anderen Seite vor mir liegt. So sehr ist diese Bibliothek schon ein Teil von mir geworden.

Aber das alles kann ich ihnen nicht sagen, den Ausbildungsleiterinnen mit meinem löchrigen Lebenslauf in ihren perfekt manikürten Händen und den klimpernden Kettchen an denen ihre teure Brille hängt. Denn sie wollen die Antworten hören, die sie erwarten. Die Antworten, die mich zur perfekten Auszubildenden machen, wenn ich jene vorgekauten Worte auswendig gelernt habe und perfekt vortragen kann. Und am besten schön kurz, denn die nächste Bewerberin wartet schon vor der Tür. Fastfoodantworten, die so wenig mit mir zu tun haben, dass ich mich jetzt gerade nicht einmal mehr an sie erinnern kann.

PS: Nur weil dieser Beruf für mich das Richtige ist, heißt es nicht, dass das jetzt auf alle Autisten zutrifft…

PPS: Übrigens ist mir gerade aufgefallen, dass “Ask me” von Antje Damm gar keine Schutzfolie hat. Und die Ecken sind schon ein wenig abgenutzt. Ich werde gleich am Montag fragen, ob ich es in Schutzfolie einschlagen darf :-)

24 Antworten auf Von Fastfoodantworten und Menschen

  1. quergedachtes 29. Mai 2011 um 06:34

    Hallo,
    was soll ich sagen? Ich habe noch nie ein so tolles Plädoyer für die Arbeit in einer Bibliothek gelesen und vorallem mit soviel Herz!

    Wenn ich ehrlich sein soll: Als Personalverantwortlicher würde ich jemanden der mir eine so ehrliche Antwort gibt und einen Beruf lebt eine Stelle 1000 Mal lieber geben als jemand der mir eine Alibiantwort vorkaut!

    Ich drücke Dir die Daumen das es hinhaut und Du einen Beruf ausüben kannst in dem Du glücklich bist! Vielleicht kann ich Dir helfen…

    Querdenkender

    • Mensch 29. Mai 2011 um 12:27

      Vielen Dank für Dein Kommentar! Ich hab mich sogar kurzgefasst, sonst wäre das Ding garantiert noch um ‘ne Seite länger geworden… Ich hatte das sehr kurz und knapp auch zwei Bibliothekarinnen erklärt, mit denen ich enger zu tun habe. Sie waren beide sehr erstaunt aber auch sehr dankbar für meine Ehrlichkeit. Dass ich Autistin bin, hatte gar keiner gemerkt. Natürlich nicht, das merkt man mir erst an, wenn ich überfordert oder überreizt bin. Aber die alltägliche Arbeit dort ist nunmal genau das, was ich machen muss, um mich wieder auf einen angenehmen Level zu bekommen :-) Die haben dort sozusagen eine allzeit zufriedene Autistin ohne Overloads rumlaufen die ihren Autismus voll ausleben kann und dabei genau die Arbeit tut, die sie tun soll. Ist schon irgendwie witzig, wenn man sich das so durch den Kopf gehen lässt, hihi.
      Danke. Ich hoffe es auch! :-)

    • neurasthenio 31. Mai 2011 um 13:07

      @Querdenkender (der Name scheint Programm)
      Leider sehen das nicht viele Personalverantwortliche so. Zuviel Engagement in der Sache macht wohl eher verdächtig.

      • quergedachtes 31. Mai 2011 um 21:57

        Hallo,

        bleibt die Frage wo der Fehler im System liegt. Vielleicht liegts auch einfach an meinem Autismus, dass ich ehrliche Menschen mit Fehlern lieber habe als aalglatte die mir eine heile Welt vorlügen bzw. das sagen was sie meinen das ich hören möchte.
        Ich drücke Menschwerdung die Daumen und werde sie unterstützen wo ich kann :)

        Querdenkender, dessen Name wirklich Programm ist…wenn man querdenken nicht negativ belegt sieht :D

  2. antonia 29. Mai 2011 um 19:05

    Ich bin begeistert von deiner Begeisterung. Ich konnte beim Lesen deine Liebe für diese Arbeit mitfühlen. ;-) sehr schön!

  3. Knopfprojekt 29. Mai 2011 um 20:40

    Hallo
    Wahnsinns tolle Beschreibung. Mir ging es bei meinen Bewerbungen auch immer so….(bevor ich das andere Projekt gestartet habe) Man fragte mich, ob ich nicht den Kundenverkehr vermissen würde, weil das schon 3 Bewerber vor mir taten und sich beklagten. Nein ich fand es spannend die Kurven und Linien am Bildschirm zu betrachten UND zu analysieren – zu einem Ergebniss zusammen zu fassen und zu sehen, ob ich wohl die richtige Schlussfolgerung daraus ziehe. Meine frühere Tätigkeit in einem Labor, war für mich wie eine Detektivarbeit und schon als Kind wollt ich immer gern Detektiv werden. (Hab auch nur Detektivgeschichten gelesen ;-) neben den Sach- und Forschungsbüchern). Mein wahres Vergnügen an meiner Arbeit war mir teilweise nicht bewusst und da wo es mir bewusst war, war mir auch klar, das ich es nie so äussern durfte. Wenn ich den Job hatte merkten die Leute bald, das da mehr war als das was man von mir erwarten sollte/musste/durfte/konnte.
    Leider bekam ich nie eine dauerhafte Chance oder habe wohl in den Augen derer die das beurteilen sollten, das nicht verdient gehabt. Nur meinen letzten Job, den verlor ich überwiegend wegen des Unfalls wegen dem ich heute nicht mehr fähig wäre das zu tun ( zumindest eben nicht wie das üblich ist und von zuhause aus wird es wohl keine Jobs geben um Schlaflabor-untrsuchungen auszuwerten….theoretisch möglich.)
    Ich habe mich dann dem Projekt zugewendet und auch da verstehen die wenigsten Leute warum ich das mache. Ich darf kaum laut darüber sprechen, was mich an Knöpfen – speziell den alten Knopfsammelsurien, die wir bekommen – so fasziniert.
    Manche Knöpfe könnten mir quasi fast Geschichten erzählen mit allem drum und dran oder sagen wir manche “Knopfsammelsurien” und Konklumeerate die ich so bekomme. Manchmal sind alte Pfennige drin, manche haben auch einen Geruch nach Dachboden oder Keller, manche sind aus Materialien die mittlerweile verboten sind….Manche scheinen wirklich Geschichte erlebt zu haben, manche waren auch im Krieg (!)…zu vielen Knöpfen habe ich quasi eine Datenbank in meinem Kopf. Obwohl ich jetzt kein “Kurzwarenspezialist” bin, aber neulich zb bekam ich eine Spende in einer alten Bahlsen Kecks-dose. Drunter stand:” Bahlsens Cakes Fabrik” da hab ich gleich mal geforscht und rausgefunden das Bahlsen das Wort Kecks überhaupt erst eingeführt hat. Also aus dem Englischen “eingedeutscht” quasi. Die Schreibweise gab es erst ab 1910 (sowas einmal gelesen merke ich mir dann auch noch und vergesse es nie wieder) also hatte die Dose in der die Knöpfe waren ein Alter von 100 Jahren ….Was ich damit sagen will : ich sammle und speichere auch Daten/Informationen rund um den Knopf die ich da so zu bekomme und finde das alles wahnsinnig spannend!. Das Geräusch, wenn man mit den Fingern durch viele Knöpfe fährt. Zb Glasknöpfe haben ein schönes Geräusch, ich kann es erkennen….das Gefühl, wie sich Knöpfe anfühlen (zB Perlmutt-knöpfe sind immer kälter als die anderen). Wie sie glänzen, schimmern und glitzern…..wie sie gefertigt sind und was sich aus ihnen machen lässt.
    Ich weiss das das aber die meisten Leute langweilig finden….
    Auch können nur wenig Leute nachvollziehen, was ich an Schlafstadieneinteilung und ähnlichem so spannend finde. Im Labor hab ich früher schon beim Betätigen des Knopfes “HÖREN” können, wenn eine Maschine einen defekt hatte…..das waren auch so Dinge die niemand wissen wollte…

    Ich kanns jedenfalls gut nachvollziehen, das man besser (leider) nicht immer so ehrlich ist und genau sagt WAS einen so an einer Tätigkeit fasziniert! Ich bin nur froh, DAS es so ist, denn es wirkt ja motivierend und das scheint für den AG die Hauptsache zu sein.

    • Mensch 29. Mai 2011 um 20:59

      Oohhh das ist ja spannend! Ich habe mich heute erst gefragt, ob das Wort Keks wirklich deutsch ist. Hihihi. Echt super. Als ich (vor etlichen Monaten *g*) von Deinem Knopfprojekt hörte, fand ich das zuerst seltsam, aber irgendwie konnte ich es doch auch verstehen. Ich liebte immer die kleine Knopfsammlung meiner Mutter. Es waren wirklich nicht viele, nichtmal ne Hand voll. Aber allein das Geräusch, wenn man sie in der Hand hielt und schüttelte… hach! Und ich mag ja auch runde Sachen so gerne. Ich hab auch gern das Kleingeld aus dem Sparschwein sortiert. Total spannend würde ich ja Knöpfe aus dem Krieg finden. Von alten Uniformen oder sowas.
      Ja es ist schon traurig, dass man im Berufsleben nicht immer ehrlich sein kann, obwohl die Wahrheit in dem Fall doch gar nichts schlimmes ist. Man muss aufpassen. Wenn jemand aus der Reihe tanzt, kann er das Pech haben, dass er deswegen auch als Last angesehen wird. Selbst wenn das gar nicht so sein muss. Aber was irgendwie komisch oder anders ist, ist wohl erstmal “anstrengend”. Man hat keine Zeit. Und vor der Tür stehen 100 andere, die ein bisschen “normaler” und somit “unkomplizierter” sind. Doch auch das muss gar nicht immer so sein.

  4. Knopfprojekt 29. Mai 2011 um 20:57

    hm weiss nicht ob ichs eeben schon geschickt habe, hatte eine fehlermeldung

    bitte beim vorigen Kommentar den Namen Katja durch Knopfprojekt ersetzen, danke

  5. Pingback: FAMI-Ausbildungsstelle im Rhein-Main-Gebiet gesucht : Bibliothekarisch.de

  6. Federkissen 31. Mai 2011 um 09:36

    Hallo,
    ich bin selbst Bibliothekarin. Ich finde deinen Beitrag wirklich schön und drücke die Daumen, dass du bald eine Stelle bekommst!

  7. lesekater 31. Mai 2011 um 12:02

    Sensationell.
    Da kann ich nur mein Lieblingszitat von Robert Walser ergänzen:
    “Nicht auf der geraden Straße, sondern auf Umwegen findet man das Leben.”

    • quergedachtes 31. Mai 2011 um 22:03

      Hallo,

      schönes Zitat! Wenn ich mir meine Umwege so anschaue…bin ich richtig froh irgendwann im Bibliothekarischen zu landen :)
      Sofern die Informationskompetenz das so will :D

      Querdenkender

  8. Alex 31. Mai 2011 um 13:53

    So ein wunderschönes Plädoyer für die Arbeit in Bibliotheken habe ich ja noch nie gelesen.
    Herzlichen Dank!

    Ich bin selber Bibliothekarin und kann deine Begeisterung daher sehr gut nachvollziehen.
    Leider ist es mir nicht möglich dir zu helfen. Aber ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du weiterhin in einer Bibliothek arbeiten kannst. Engagierte Mitarbeiter, ob nun mit Ausbildung, Studium oder sonst nem Hintergrund sind viel wichtiger als jemand, der perfekt katalogisieren kann. Leider sehen die wenigsten das so.
    Viel Glück!

  9. Pingback: Froschs Blog » Blog Archive » Im Netz aufgefischt #13

  10. zauberweib 1. Juni 2011 um 20:40

    Dein Beitrag hat mich in der Seele berührt. Ich frag mich grad, ob es ein Statement oder ein Plädoyer ist… vielleicht beides. Ich halte dir auf jede Fall alle Daumen, dass das mit der FaMi-Ausbildung klappt. Ich kann dir vieles sooo nachfühlen! Zahlen (und Buchstaben) haben für mich übrigens auch Farben :)

  11. Hesting 2. Juni 2011 um 08:45

    Ich schließe mich den anderen an: ein wunderbares Plädoyer für die Arbeit in einer Bibliothek. Den Teil des Textes würde ich an Deiner Stelle so an eine Zeitung oder Zeitschrift schicken (Brigitte vielleicht?), denn meiner Meinung nach sollten den mehr Leute lesen. :)

    Meine Theorie ist, daß uns (oder mir ;) ) die Fähigkeit abgeht, dem Gegenüber die Sicherheit zu vermitteln, daß er mit einem gut klarkommen wird. Das ist diese Sache mit den 10 oder 20 Sekunden, die über das Bild des anderen entscheiden.
    Dummerweise hab ich diese Sicherheit ja nicht in mir selbst. :(

  12. Ulrike 3. Juni 2011 um 16:58

    Hallo,

    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und freue mich mal von einem jungen Menschen ( wie mich) der aus Berlin kommt (wie ich) zu lesen und von seiner Liebe zu Bibliotheken.
    Ich habe vor etwa vier Jahren mit einer ähnlichen einstellung eine Ausbildung zum Fami begonnen.
    Und ich muss dir sagen, du bringst vieles mit. Ein gewisser Sinn für Ordnung, Einheitlichkeit ist eine gute Vorraussetzung.
    Aber: die Ausbildung ist anspruchsvoll, vor allem die schulische. Du hast Schule im Blogsystem ( also alle paar Wochen) und ich habe mich im ersten Jahr wirklich umgucken müssen.
    Mann ist nur am lernen für Klausuren, du hast veschiedene Projekte innerhalb denen du dir Fähigkeiten aneignen musst oder Programme wie z.B. Coral Draw innerhalb einer Woche beherschen musst. Teamarbeit ist gefragt und ein wichtiger Bestandteil vor allem im Berufsleben. Außerdem sind Konflikt und Kommunikationsfähigkeit im täglichen umgang mit Nutzern gefragt.

    Ich weiß nicht ob du dich schon umfassend mit dem Berufsbild beschäftigt hast. Ich habe gemerkt das es nicht ausreicht sich im Internet über den Beruf zu informieren, umfassende und realitätsnahe Darstellungen der Ausbildung kann man sich am besten von Famis selbst oder auch angehenden Famis holen.

    In jeden Ausbildungsjahr gibt es einige die die Ausbildung hinschmeißen…meißtens weil sie mit ganz anderen erwartungen an die Ausbildung gegangen sind.

    Ich möchte mit meinem Kommentar nicht sagen das du evtl ungeeignet bist….nein, ganz im Gegenteil. Ich rate dir nur dich vorher wirklich umfassend zu informieren.

    lg
    Ulrike Adam
    Fachangestellte für Medien und Informationsdienste

    • Mensch 3. Juni 2011 um 22:03

      Vielen Dank für Deinen so ausführlichen Kommentar!
      Um ehrlich zu sein: Von den ehemaligen FaMIs, die ich vor meinem Praktikum kennen gelernt hatte, sagten die meisten sowas wie: “Ach, man tut nur Bücher von A nach B tragen.” oder “Das ist alles so langweilig, dass man fast einschläft” . Also jetzt nicht die zündende Hilfe, wie man sich denken kann. Die Aussagen der FaMI, die ich jetzt kenne, gehen schon eher in Deine Richtung.

      Es wird kein Spaziergang, das ist mir bewusst. Allein schon weil ich zusätzlich auch noch aufpassen muss, dass ich keine allzu massiven Reizüberflutungen habe. Teamarbeit ist für mich auch kein Problem. Mir ist nur wichtig, dass ich verstanden habe, was ich jetzt tun soll. In so schulischen Dingen habe ich normalerweise keine allzu großen Probleme, war in der Schule häufig eine der besten oder die beste in mindestens ein paar Fächern. Den Umgang mit Programmen (z.B. Corel Draw, Photoshop, o.ä.) eigne ich mir auch extrem schnell an. Ein wenig Sorgen machen mir die mathematischen Sachen, weil ich da wirklich keine Leuchte bin. Aber letztendlich: Ich werde mein Bestes geben und ich bin nicht allein. Und so komisch es auch klingt: Ich habe keine Angst, auch wenn es nicht einfach wird. Ich freue mich total :-)
      Grüßli,
      Mensch

  13. Pingback: Glanzlichter 68 « … Kaffee bei mir?

  14. Amy 9. Juni 2011 um 17:04

    Hi,
    ich bin gerade erst auf Deinem Blog gelandet und liebe ihn bereits, weil mir vieles, was Du schreibst, so unglaublich bekannt vorkommt. Ich bin nicht diagnostiziert, bin aber in meinem Bekanntenkreis schon lang als spinnerter Nerd bekannt und erkenne mich in vielen Beschreibungen immer wieder.
    Bei mir sind es allerdings Worte. Mein ganzes Leben besteht aus Worten, ich schreibe, um zu überleben, und egal in welcher Form, beruflich kommt für mich nur Schreiben in Frage. Das Problem der Jobsuche steht mir noch bevor, ich bin fast dreißig und mache diesen Sommer meinen Uniabschluss. Mein Lebenslauf ist das reinste Chaos, weil ich so furchtbar lange gebraucht habe, um irgendwo reinzupassen, und dann Prüfungen ewig vor mir hergeschoben hab. All diese Dinge, die jetzt vor mir liegen, Magisterarbeit, Prüfung, Bewerbung, Gespräche, das ist wie eine Wand. Und keiner versteht das.
    Ich wünsch Dir jedenfalls viel Erfolg, und sicher werde ich jetzt häufiger hier vorbeischauen. :)
    Grüßle,
    Amy

  15. Pingback: Herrn Schutzgeists neues Hobby « Menschwerdung

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